Glück auf, ihr Lieben!

Manche nennen et „Landluft“, ich nenne et „biologische Kriegsführung“! Als der Güllewagen seine Schleusen aufgemacht hat, gab et für mich nur eins: Flucht nach vorne! Ich hab nich lang gefackelt, mir mein flauschiges Strandlaken geschnappt und bin abgedampft in de entlegenste Ecke vom Hof, wo de Wind noch ordentlich weht.

Weil dat schon nich dat erste Mal war, dat mich so’n Güllewagen fast aus de Pfoten haut, hab ich mich ma‘ gefragt: Warum riech ich als Hund dat eigentlich viel schlimmer als de Zweibeiner, und wozu is dat janze Gülle-Ausbringen überhaupt gut? Hier kommt mein Bericht – plus ein bisschen Hofwissen obendrauf.

Camping-Feeling statt Duft-Terror

Ich hab mir mein Laken dann auf ’nem Stückchen Wiese ausgebreitet, wo dat Aroma vom Jauche-Baron nich hinkommt. Man muss sich ja zu helfen wissen, woll?! Da lag ich dann wie die Queen am Baggersee, nur ohne Wasser, abba dafür mit frischer Luft. 🏖️🐷

Wenn de Zweibeiner nich aufpassen…

Die Zweibeiner haben natürlich wieder nur gelacht, als se mich mit dem Handtuch im Schlepptau haben flitzen sehen. Abba wer zuletzt lacht, lacht am besten – ich lieg jetz im Trockenen und die müssen gleich den ganzen Mief wieder vom Hof schrubben. Ätsch!

👃 Warum Hunde Gülle so viel intensiver riechen als wir Menschen

Für euch Zweibeiner is so’n Güllewagen vielleicht „nur“ unangenehm – für uns Hunde is dat ein regelrechter Geruchssturm. Der Grund: Hunde haben bis zu 300 Millionen Riechzellen in der Nase, Menschen dagegen nur etwa 5 Millionen. Zusätzlich verfügen wir über ein spezielles Organ, dat Jacobsonsche Organ, mit dem wir Gerüche noch viel feiner auseinanderhalten können. Was für euch also „stinkt“, is für uns oft ein wahrer Geruchscocktail aus hunderten Einzelnoten – kein Wunder, dat ich da lieber de Flucht ergreife!

🌾 Wozu Gülle überhaupt aufs Feld kommt

Auch wenn’s für uns Nasen ne echte Herausforderung is: Gülle hat auf dem Hof einen janz wichtigen Zweck. Sie besteht hauptsächlich aus den Ausscheidungen von Nutztieren und wird als natürlicher Dünger auf Wiesen und Feldern ausgebracht. Ein paar Fakten dazu:

  • Nährstoffkreislauf: Gülle liefert wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium zurück an den Boden – ganz ohne künstlichen Dünger.
  • Zeitpunkt is entscheidend: Landwirte bringen Gülle meist im Frühjahr oder nach der Ernte aus, wenn die Pflanzen die Nährstoffe am besten aufnehmen können.
  • Strenge Regeln in Deutschland: Die Düngeverordnung schreibt genau vor, wann, wie viel und unter welchen Bedingungen Gülle ausgebracht werden darf – unter anderem, um Gewässer zu schützen.
  • Geruch is vorübergehend: Auch wenn’s in den ersten Stunden heftig riecht, verflüchtigt sich der Geruch normalerweise innerhalb ein bis zwei Tagen wieder.

🐾 Frieda-Tipp: Wenn euer Hund auch überempfindlich auf starke Gerüche reagiert

Falls euer Vierbeiner auch mal die Flucht vor intensiven Gerüchen ergreift, hier ein paar Dinge, die helfen können:

  1. Rückzugsort anbieten – ein ruhiger, weiter entfernter Platz (bei mir das Strandlaken auf der windabgewandten Wiesenseite) hilft enorm.
  2. Nicht zwingen – Hunde sollten selbst entscheiden dürfen, wie nah sie an unangenehme Gerüche herangehen.
  3. Ablenkung anbieten – ein vertrautes Spielzeug oder Kauartikel lenkt von der Geruchsbelastung ab.
  4. Spaziergänge zeitlich anpassen – wenn ihr wisst, wann in eurer Gegend gedüngt wird, könnt ihr Gassi-Runden notfalls etwas verschieben.

Und jetz ma‘ Butter bei de Fische:

Seid ihr auch so empfindliche Nasen oder macht euch so’n bisschen „Landduft“ nix aus? Wat is dat Schlimmste, wat ihr je gerochen habt? 👃🤢

Schreibt’et mir mal unten in „Dat neuste Gequassel“! Ich bleib erst mal auf meinem Strandlaken liegen, bis de Luft wieder rein is.

Kurz und knapp: Die wichtigsten Fragen zum Thema Gülle und Hunde

Warum reagieren Hunde so empfindlich auf Gülle-Geruch? Hunde besitzen ein extrem feines Riechvermögen mit deutlich mehr Riechzellen als Menschen, wodurch intensive Gerüche wie Gülle für sie viel stärker wahrnehmbar sind.

Ist Gülle für Hunde gefährlich? Der Geruch allein ist unangenehm, aber meist ungefährlich. Direkter Kontakt oder gar das Fressen von frisch gedüngtem Gras sollte allerdings vermieden werden.

Wie lange riecht es nach dem Güllefahren noch? In der Regel verfliegt der intensive Geruch innerhalb von ein bis zwei Tagen, abhängig von Wetter und Windverhältnissen.

Zack, Schicht im Schacht!

Eure Frieda

Wenn euch Hofgeschichten gefallen, schaut auch mal bei meinem Beitrag Dienstag auffen Hof vorbei!


1 Kommentar

Huhn weg? Versteckspiel unterm Karren: Wo is eigentlich Flitzi? - Friedas Tagebuch · 27. August 2026 um 19:51

[…] Mehr Hofgeschichten mit tierischer Beteiligung gibt’s auch in Gülle-Alarm auffen Pütt! […]

Dat neuste Gequassel

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