Glück auf, ihr Lieben!

Hömma, ich sach euch dat ganz ehrlich: So’n Hof läuft nich von alleine! Wenn hier keiner ma’ ansagt, wo de Hase langläuft, dann macht am Ende jeder wat er will. Bevor ich euch zeige, warum ein Hund fürs Männchen machen ordentlich Körperspannung braucht, musste ich als Hof-Chefin von Gut Schmitz-Steinbeck erst ma’ durchgreifen.

Da musste als Hof-Chefin von Gut Schmitz-Steinbeck irgendwann ma’ durchgreifen.

Also hab ich zur großen Dienstbesprechung im Stall gerufen. Pünktlich, ordentlich und natürlich unter professioneller Leitung. Also unter meiner.

Und wie eröffnet eine Beagle-Chefin so eine Sitzung? Natürlich stilecht: Männchen gemacht, Pfötchen angelegt und janz wichtig in de Runde geguckt.

Wat dabei rausgekommen is? Nun ja … sagen wir ma’ so: Personalführung mit Tieren hat ihre ganz eigenen Regeln.

🎬 Dat Video: Friedas erste Dienstbesprechung

Der Weg zum Konferenzraum

Dat Video fängt noch janz harmlos an.

Draußen vor unserem alten Fachwerkstall macht sich de Kamera langsam auf den Weg zur offenen Stalltür. Vorbei an de weißen Gefache, de dunklen Holzbalken und dann immer weiter Richtung Stall.

Fast wie mein offizieller Gang ins Chefbüro.

Nur dat mein Chefbüro nach Stroh riecht und gelegentlich jemand „Mäh“ sagt.

Je weiter et in den Stall geht, desto dunkler wird et – und dann sitz ich da auch schon.

De Chefin eröffnet de Sitzung

Mitten im Stall.

Janz alleine.

Kerzengerade auf de Hinterpfoten und mit einem Gesichtsausdruck, der eindeutig sagt:

Hier werden heute Entscheidungen getroffen!

Zumindest war dat mein Plan.

Ich hab also de Dienstbesprechung eröffnet und deutlich gemacht, dat auf Gut Schmitz-Steinbeck jetz ma’ ein bisschen mehr Organisation Einzug halten soll.

Aufgaben verteilen. Zuständigkeiten klären. Verantwortung übernehmen.

Ihr wisst schon – dat janze Führungskräfteprogramm.

Ich war hochmotiviert.

Meine Belegschaft … nun ja.

Suse – Anwesenheit unter Vorbehalt

Als Erste kommt Suse, unsere Hofkatze, zu mir.

Se setzt sich neben mich, schaut mich an und hört sich an, wat de Chefin zu sagen hat.

Zumindest glaube ich dat.

Bei Katzen weißte ja nie genau, ob se zuhören oder innerlich schon ihre Kündigung formulieren.

Jedenfalls dauert et nich lange, bis Suse offensichtlich der Meinung is, dat dieser Tagesordnungspunkt auch ohne sie weitergehen kann.

Also dreht se sich um und läuft einfach aus’m Bild.

Mitten inne Dienstbesprechung!

Ohne Wortmeldung.

Ohne Antrag.

Ohne irgendwat.

Ich bleib zurück und merke langsam: Dat mit der Personalführung könnte heute schwieriger werden als gedacht.

Lenus meldet sich freiwillig – sehr freiwillig

Kurz danach kommt de Woll-Kopf-Gang in den Stall: Lena, Hennes und natürlich Lenus.

Und Lenus?

Der hat offenbar nur drauf gewartet, endlich Verantwortung übernehmen zu dürfen.

Kaum wird er angesprochen, kommt er nach vorne und macht deutlich, dat er bereit is.

Sehr deutlich.

Sagen wir ma’: Wenn bei uns irgendwann die Sirene ausfällt, stellen wir einfach Lenus daneben.

Der Mann hat Reichweite.

Ich geb ihm seinen Auftrag, Lenus zeigt Begeisterung und anschließend is er auch schon wieder unterwegs.

Nächster Mitarbeiter, bitte!

Hennes: Ruhe kannste nich lernen – haste oder haste nich

Übrig bleiben Lena und Hennes.

Hennes is bei uns eher von de gemütliche Sorte. Den bringt so schnell nix aus’m Takt.

Also hab ich mir gedacht: Wenn einer für Ruhe im Stall zuständig sein kann, dann ja wohl Hennes.

Er kommt ein Stück nach vorne, hört sich meinen Auftrag an und reagiert ungefähr so, wie Hennes eben reagiert: ruhig, gelassen und als hätte er schon vorher gewusst, dat dat alles so kommen würde.

Danach marschiert er würdevoll aus’m Bild.

Kein Stress.

Keine Hektik.

So gesehen eigentlich de professionellste Reaktion des Tages.

Lena schaltet auf Wohlfühlmodus

Dann sind nur noch Lena und ich übrig.

Ich versuche also weiterhin, diese Dienstbesprechung einigermaßen seriös durchzuziehen.

Lena hört sich alles an.

Janz entspannt.

Sehr entspannt.

Eigentlich so entspannt, dat man beim Zuschauen schon selber müde wird.

Wenn Lenus unsere Sirene is, dann is Lena vermutlich unsere betriebliche Entspannungsbeauftragte.

Ihr Motto könnte ungefähr lauten:

„Kommste heute nich, kommste morgen. Und wenn de morgen nich kommst, war et vermutlich auch nich so wichtig.“

Irgendwann dreht se sich um und schlendert aus’m Stall.

Und ich?

Sitz wieder alleine da.

Personalbestand der Sitzung: eins.

Chefin inklusive.

Jetz muss de Chefin selber laufen

Also hab ich mir gedacht:

„Frieda, so kommste hier nich weiter. Jetz musste selber ma’ zu de Kollegen.“

Runter aus de Männchen-Pose, auf alle vier Pfoten und ab Richtung Pferdeboxen.

Da warten Pia und Keks.

Wobei „warten“ vielleicht zu viel gesagt is.

De beiden gucken halt.

Pferde können einen unglaublich professionell angucken, ohne dabei auch nur im Entferntesten erkennen zu lassen, ob se gerade zuhören.

Pia bekommt de Ruhe-Abteilung

Also marschier ich zu Pia.

De Aufgabe is eigentlich wie für sie gemacht: Ruhe bewahren.

Wenn hier einer nervös wird, soll Pia einfach tief durchatmen – am besten direkt für alle anderen mit.

Pia nimmt dat zur Kenntnis.

Oder auch nich.

Sie guckt mich jedenfalls ruhig an.

Keine Diskussion.

Kein Gemecker.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dieser Dienstbesprechung is dat schon fast eine vorbildliche Mitarbeiterreaktion.

Keks übernimmt de Pausenkontrolle

Danach geht et weiter zu Keks.

Ihre Aufgabe: Aufpassen, dat hier keiner heimlich Pause macht.

Denn eine Chefin wie ich erkennt Faulheit natürlich sofort am Gesichtsausdruck.

Meistens.

Manchmal.

Also theoretisch.

Keks schaut mich an.

Ich schaue Keks an.

Und irgendwann beschließe ich einfach, dat dat als Zustimmung gilt.

Man muss als Führungskraft auch wissen, wann eine Diskussion beendet is.

Und dann steht plötzlich de janze Belegschaft da

Zum großen Finale kommen se tatsächlich noch ma’ alle zusammen.

Ich sitz zentral im Stall.

Suse is wieder da, als wäre nie wat gewesen.

Die drei Schafe stehen hinter mir.

De beiden Hühner-Mädels haben sich ebenfalls eingefunden.

Und Pia und Keks schauen aus ihren Boxen über de janze Gesellschaft.

Da stehen se also.

Meine komplette Belegschaft.

Ich hab Aufgaben verteilt, Verantwortlichkeiten erklärt und versucht, hier sowas wie Organisation reinzubringen.

Und zum Abschluss will ich natürlich wissen, ob jetzt wirklich jeder verstanden hat, wat Sache is.

Also gibt et noch den großen tierischen Team-Schwur.

Ich fordere:

„Wir reißen uns heute ordentlich zusammen!“

Und wat kommt zurück?

Mäh.

Miau.

Gack-gack.

Pferdeschnauben.

Ein Geräuschpegel wie inne Kantine kurz vor Feierabend.

Aber weißte wat?

Ich hab zwar nix verstanden – abba ich hab dat einfach ma’ als Motivation gewertet.

So macht Führung Spaß.

Also manchmal.

Mein offizielles Protokoll der Dienstbesprechung

Dat Ergebnis der Sitzung lässt sich eigentlich janz einfach zusammenfassen: Lenus war mit Abstand der begeistertste Mitarbeiter, Suse hat sehr früh erkannt, dat Anwesenheit bei Besprechungen offenbar Verhandlungssache is, Hennes hat eindrucksvoll bewiesen, dat Ruhe eine Kernkompetenz sein kann, Lena hat den Wohlfühlfaktor hochgehalten und Pia und Keks haben mit professionellem Schweigen geglänzt.

Und wer war am Ende immer noch de Chefin?

Muss ich dat wirklich beantworten?

🐕 Männchen machen: Wat Hundehalter beachten sollten

Weil ich im Video längere Zeit auf de Hinterpfoten sitze, gibt et an dieser Stelle noch einen wichtigen Hinweis für meine zweibeinigen Leser.

„Männchen machen“ sieht zwar putzig aus, verlangt einem Hund aber einiges an Balance, Rumpfstabilität und Körperkontrolle ab. Rücken, Hinterhand und Gelenke müssen dabei stabil arbeiten.

Deshalb sollte so eine Übung immer kurz und kontrolliert bleiben. Bei jungen Hunden, die körperlich noch nicht vollständig entwickelt sind, sollte man mit solchen Balanceübungen besonders vorsichtig sein. Hat ein Hund Rücken-, Hüft-, Knie- oder andere orthopädische Probleme, gehört vorher fachlicher Rat vom Tierarzt oder aus der Tierphysiotherapie dazu.

Und ganz wichtig: Dat Ganze gehört auf einen rutschfesten Untergrund und sollte niemals erzwungen werden. Der Hund sollte die Position freiwillig und ohne erkennbare Beschwerden einnehmen können.

Bei mir läuft dat natürlich freiwillig.

Ich weiß nämlich ganz genau:

Wo Kunststücke verlangt werden, sind Leckerchen meistens nich weit.

Reine Tarifverhandlung.

🐑🐴🐔🐈 Warum bei uns so viele verschiedene Tiere zusammenleben können

Wenn ihr dat Video seht, könntet ihr euch natürlich fragen, warum Hund, Katze, Schafe, Pferde und Hühner bei uns überhaupt so entspannt zusammen sein können.

Dat is keine Selbstverständlichkeit.

Eine wichtige Rolle spielt eine ruhige und positive Gewöhnung. Tiere können lernen, andere Tierarten als normalen Bestandteil ihres Alltags zu akzeptieren. Dat heißt aber nich automatisch, dat Jagdverhalten, Angst oder Konflikte ausgeschlossen sind.

Genauso wichtig sind Rückzugsmöglichkeiten. Pferde brauchen ihre Boxen und Bereiche, Hühner einen geschützten Stall und Katzen Orte, an denen se sich dem Trubel entziehen können. Gerade Suse entscheidet gern selbst, wann se Gesellschaft möchte und wann de anderen ihr gepflegt den Buckel runterrutschen können.

Bei Hunden kommt natürlich Training dazu. Ein Hund muss lernen, dat andere Tiere auf’m Hof keine Einladung zum Hinterherjagen sind.

Und trotzdem gilt immer: beobachten, vernünftig einschätzen und Begegnungen nich erzwingen.

Und Hund und Katze?

Dat berühmte „wie Hund und Katz“ klingt zwar schön, stimmt aber längst nich immer.

Hunde und Katzen können wunderbar zusammenleben, müssen aber erst lernen, de Körpersprache des anderen richtig einzuschätzen. Manche Signale bedeuten bei beiden Tierarten eben nich genau dat Gleiche.

Hilfreich sind vor allem Rückzugsmöglichkeiten für de Katze – am besten auch erhöhte Plätze, von denen aus se alles in Ruhe beobachten kann.

Suse hat davon natürlich mehrere.

Eine Hofkatze ohne Aussichtsposten wäre schließlich keine richtige Hofkatze.

Kurz gefragt, kurz beantwortet

Ist Männchen machen grundsätzlich schädlich für Hunde?
Nein. Für einen gesunden und körperlich entsprechend entwickelten Hund kann eine kurze, kontrollierte Übung möglich sein. Entscheidend sind Körperbau, Fitness und mögliche gesundheitliche Einschränkungen.

Ab welchem Alter darf ein Hund Männchen machen?
Eine feste Altersgrenze für alle Hunde gibt et nich. Wachstum und körperliche Entwicklung unterscheiden sich je nach Hund und Rasse. Anspruchsvollere Balanceübungen sollten deshalb erst eingesetzt werden, wenn der Hund körperlich entsprechend entwickelt is.

Können Hunde und Nutztiere zusammenleben?
Ja, wenn Gewöhnung, Training, Management und Rückzugsmöglichkeiten stimmen. Gerade bei Hunden mit Jagdtrieb bleibt eine vernünftige Aufsicht wichtig.

Können Hund und Katze Freunde werden?
Natürlich. Viele Hunde und Katzen leben sehr friedlich zusammen. Langsame Gewöhnung, Rückzugsmöglichkeiten und ein bisschen Verständnis für de unterschiedliche Körpersprache helfen dabei enorm.

Und jetz ma’ Butter bei de Fische

Wer is bei euch zu Hause eigentlich de heimliche Chef?

Der Hund?

De Katze?

Oder tut ihr Zweibeiner nur so, als hättet ihr wat zu sagen?

Und wat is dat größte Kunststück, dat euer Vierbeiner draufhat?

Schreibt’et mir unten in „Dat neuste Gequassel“!

Ich mach jetz Feierabend.

So ’ne Dienstbesprechung geht schließlich ganz schön inne Knochen.

Zack, Schicht im Schacht!

Eure Frieda 🐾
Vorstandsvorsitzende auf Gut Schmitz-Steinbeck

Wer meine Kollegen noch nich kennt: In Die Woll-Kopf-Gang stellt sich vor lernt ihr Hennes, Lenus und Lena genauer kennen. Und in Ich zeige euch mal die Mädels stelle ich euch natürlich auch meine Hühner-Bagage vor.


0 Kommentare

Dat neuste Gequassel

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert