Glück auf ihr Lieben! Hier is wieder eure Frieda vom Gut Schmitz-Steinbeck in Velbert. In Teil 1 meiner Serie hab ich euch gezeigt, wat wir Tiere für euch Menschen tun können: Vertrauen schenken, Mut machen, für Ruhe sorgen. Heute dreh ich den Spieß ma‘ um und red über Tierwohl in der tiergestützten Pädagogik. Denn die Frage is genauso wichtig: Wat brauchen eigentlich wir Tiere, damit dat Ganze auch für uns gut is?

Perspektivwechsel: Nich nur der Nutzen für den Menschen zählt

Tiergestützte Pädagogik wird oft nur von einer Seite aus betrachtet: Wat bringt dat dem Kind? Dat is ja auch schön und gut. Aber wir Tiere sind keine Lernmaterialien, die man aus dem Schrank holt. Wir haben Bedürfnisse, Launen und Tage, an denen einfach nix geht. Gute tiergestützte Arbeit denkt deshalb immer beide Seiten mit – Mensch und Tier.

Wat wir Tiere dafür brauchen

Ruhe und Pausen

Erstma‘ dat Wichtigste: Wir brauchen Ruhe. Und zwar richtige, mit Hinlegen, Augen zu und keiner streichelt. Eine Pause is kein Luxus, sondern gehört fest zur tiergestützten Arbeit dazu. Genauso wichtig is ein Rückzugsort, an den uns niemand folgt – mein Körbchen zum Beispiel.

Freiwilligkeit: En Nein is auch ne Antwort

Wenn ich grad keinen Kontakt will, dann is dat so. Ich dreh mich weg, ich steh auf, ich geh. Und dat muss respektiert werden. En Nein is auch ne Antwort. Nebenbei lernen Kinder dabei richtig wat fürs Leben: Grenzen von anderen zu akzeptieren, ohne sauer zu sein.

Stresssignale erkennen

Wir sagen schon, wenn uns wat zu viel wird – bloß eben nich mit Worten. Wegschauen, Gähnen, Lecken über die Schnauze, Unruhe oder Abstand nehmen können Hinweise sein. Wer dat sieht, nimmt Tempo raus und macht Pause. Wer et übersieht, verlangt uns zu viel ab.

Die Verantwortung liegt bei der Fachkraft

Und jetzt kommt dat Entscheidende: Nich wir Tiere müssen dafür sorgen, dat die Situation passt. Dat is die Aufgabe von der Fachkraft. Sie beobachtet, schätzt ein, bremst – und beendet ne Begegnung auch ma‘, bevor et kippt. Wir können uns darauf verlassen, dat jemand auf uns achtet.

Jedes Tier is anders – unsere Pia zeigt dat

Im Video oben seht ihr unsere Pia am Stall. Nich jedes Tier passt zu jeder Aufgabe: Charakter, Belastbarkeit und Vorlieben sind bei uns genauso verschieden wie bei euch. Ich bin die Quasselstrippe, die am liebsten überall mitmischt. Pia dagegen is die Ruhige – und genau dat is ihre Stärke. Bei entspannten Begegnungen, wo et ums Beobachten und Durchatmen geht, is sie unschlagbar.

Hintergrund: Wat Recht und Fachwelt dazu sagen

Dat Tierschutzgesetz formuliert et gleich im ersten Paragrafen: Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Für die tiergestützte Arbeit heißt dat ganz praktisch: artgerechte Haltung, begrenzte Einsatzzeiten und immer ne Rückzugsmöglichkeit.

Fachgesellschaften wie die ESAAT und die ISAAT haben dafür Qualitätsstandards und Weiterbildungen entwickelt. Dat Prinzip dahinter: Dat Wohl vom Tier steht gleichberechtigt neben dem Nutzen für den Menschen.

Und wer unsere Körpersprache lesen lernen will, stößt schnell auf die sogenannten Beschwichtigungssignale. Die norwegische Hundetrainerin Turid Rugaas hat sie bekannt gemacht – dat sind genau die kleinen Zeichen, mit denen wir Hunde deeskalieren, bevor et uns zu viel wird.

Praxistipps: So bleibt die Arbeit auch für dat Tier gut

  1. Einsatzzeiten begrenzen: Lieber kurze Einheiten mit Pausen als ein langer Vormittag am Stück.
  2. Rückzugsort einrichten: Ein Platz, an den kein Kind folgen darf – und zwar wirklich keins.
  3. Ein Nein akzeptieren: Wenn dat Tier geht, geht et. Kein Festhalten, kein Locken mit Leckerli.
  4. Beobachten statt beschäftigen: Lieber einmal mehr auf die Körpersprache schauen als noch ne Übung einbauen.
  5. Aufgaben passend wählen: Dat ruhige Tier macht ruhige Angebote, dat quirlige darf Bewegung.
  6. Regelmäßig zum Tierarzt: Schmerzen und Erkrankungen sieht man uns oft lange nich an.

Wen ihr sonst noch bei uns trefft, seht ihr in Dienstbesprechung auf Gut Schmitz-Steinbeck – da sitzt die ganze Belegschaft beisammen. Und wer wissen will, wie tiergestützte Pädagogik bei uns ganz konkret aussieht, schaut ma‘ bei Tierpädagogik Velbert vorbei.

FAQ: Häufige Fragen zum Tierwohl in der tiergestützten Pädagogik

Wie lange darf ein Tier in der tiergestützten Pädagogik eingesetzt werden?

Dat hängt von Tier, Aufgabe und Tagesform ab. Üblich sind kurze Einheiten mit festen Pausen statt langer Einsätze am Stück.

Woran erkenne ich Stress beim Hund?

Typisch sind Gähnen, Wegdrehen, Lecken über die Schnauze, Hecheln ohne Anstrengung, Unruhe oder der Versuch, Abstand zu schaffen.

Muss ein Tier immer mitmachen?

Nein. Freiwilligkeit is eine Grundvoraussetzung. Wenn dat Tier den Kontakt beendet, wird dat akzeptiert.

Welche Tiere eignen sich für tiergestützte Arbeit?

Gesunde, gut sozialisierte und stressresistente Tiere, die Menschen gegenüber offen sind. Entscheidend sind Charakter und Belastbarkeit, nich die Art oder die Rasse.

Wer trägt die Verantwortung während einer Einheit?

Immer die begleitende Fachkraft. Sie beobachtet, steuert dat Tempo und beendet die Begegnung, wenn et nötig is.

Wat sagt dat Gesetz zum Einsatz von Tieren?

Dat Tierschutzgesetz schützt Tiere vor vermeidbaren Schmerzen und Leiden. Ergänzend beschreiben ESAAT und ISAAT fachliche Qualitätsstandards.

Zum Schluss

Tiergestützte Pädagogik funktioniert nur, wenn et Mensch und Tier gleichermaßen gut dabei geht. Wir brauchen Ruhe, Vertrauen und Menschen, die auf uns achten – dann begleiten wir euch richtig gern.

Und ja, de Zweibeiner: Über Überstunden reden wir noch. 😉

Zack, Schicht im Schacht – eure Frieda 🐾


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