Glück auf ihr Lieben! Hier is wieder eure Frieda vom Gut Schmitz-Steinbeck in Velbert. Heute starte ich ne neue Serie und zeig euch, wat tiergestützte Pädagogik mit Hund eigentlich is – und warum wir Tiere dabei viel mehr können, als nur niedlich in ne Kamera zu gucken. Obwohl ich dat natürlich auch kann, dat sieht man ja.
Wat is eigentlich tiergestützte Pädagogik?
Ganz einfach gesagt: Bei der tiergestützten Pädagogik greifen wir Tiere euch Menschen beim Lernen unter die Arme. Tiere werden dabei gezielt und geplant in Bildung und Erziehung eingesetzt, um Kinder und Jugendliche in ihrer sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung zu unterstützen. Dat Tier is also keine Deko, sondern en echter Teil vom pädagogischen Konzept.
Wichtig is die Abgrenzung zu verwandten Begriffen, die alle unter dem Oberbegriff tiergestützte Interventionen laufen:
- Tiergestützte Pädagogik: Pädagogische Fachkräfte mit Zusatzqualifikation verfolgen konkrete Lern- und Entwicklungsziele.
- Tiergestützte Therapie: Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten mit Tieren an therapeutischen Zielen.
- Tiergestützte Aktivitäten: Eher lockere Besuche, zum Beispiel im Seniorenheim – ohne festen Förderplan.
Wat Tiere beim Lernen bewirken können
Vertrauen: Aus Aufregung wird Ruhe
Manchmal reicht et schon, wenn ich einfach ruhig bei euch lieg. Dann schaltet ihr automatisch en Gang runter, aus Aufregung wird langsam Vertrauen – und Lernen klappt direkt viel besser. Wer entspannt is, hat nämlich den Kopf frei für Neues.
Selbstwirksamkeit: Dein Handeln bewirkt wat
Wenn du mir en klares Zeichen gibst und ich darauf reagiere, merkste sofort: Dein Handeln bewirkt wat! Genau dat nennt ihr Menschen Selbstwirksamkeit. Und dat macht Mut, neue Sachen mit Schmackes anzupacken.
Verantwortung: Mitgefühl und Geduld lernen
Genauso wichtig is Verantwortung. Wenn du auf uns achtest und merkst, wat wir gerade brauchen, dann lernst du Mitgefühl, Geduld und Vertrauen. Ganz ohne Schulbankgedöns.
Hintergrund: Wie allet anfing
Boris Levinson und sein Hund Jingles
Die Idee is gar nich so neu. In den 1960er-Jahren bemerkte der US-amerikanische Kinderpsychotherapeut Boris Levinson eher zufällig, dat ein sehr verschlossener Junge mit ihm ins Gespräch kam – weil sein Hund Jingles mit im Raum war. Levinson beschrieb den Hund als eine Art „Co-Therapeuten“ und gilt heute als Wegbereiter der tiergestützten Arbeit. Dat hätt ich ihm auch direkt sagen können.
Wat die Forschung sagt
Studien deuten darauf hin, dat der Kontakt mit Tieren Stress reduzieren und dat Bindungshormon Oxytocin fördern kann. Kinder wirken im Beisein eines Hundes oft ruhiger, aufmerksamer und offener – en Hund bewertet nämlich nich, ob man sich verhaspelt.
Qualität und Standards
Fachgesellschaften wie die ESAAT und die ISAAT legen Qualitätsstandards und Weiterbildungen fest. Dazu gehört: Dat Wohl vom Tier steht immer gleichberechtigt neben dem Nutzen für den Menschen.
Wat ihr im Video seht: Dat erste Kennenlernen
Im Video oben sitzt ne junge Besucherin auf nem Holzhocker im Garten, und ich lieg entspannt im Gras daneben. Sie geht ruhig auf mich zu, nimmt vorsichtig Kontakt auf und streichelt mich – und ich bedank mich standesgemäß mit Pfötchen.
Genau so kann Vertrauen entstehen, und dat is oft der erste wichtige Schritt. Wenn dat Vertrauen erstma‘ da is, trauen sich viele Kinder plötzlich viel mehr. Aus „Ich kann dat nich“ wird dann ganz oft: „Komm, ich probier dat einfach ma‘!“
Praxistipps: So klappt die erste Begegnung zwischen Kind und Hund
- Immer erst fragen: Kinder sollten vorher die Halterin oder den Halter fragen, ob sie den Hund streicheln dürfen.
- Ruhig annähern: Langsam kommen, am besten sitzend auf Augenhöhe – so wirkt dat Kind für den Hund nich bedrohlich.
- Den Hund entscheiden lassen: Hand ruhig hinhalten, schnuppern lassen, nich über den Kopf greifen. Freiwilligkeit gilt für beide Seiten.
- Körpersprache lesen: Gähnen, Wegdrehen oder Lecken über die Schnauze können Stresssignale sein. Dann is Pause angesagt.
- Kurz und begleitet: Lieber zehn schöne Minuten als ne Stunde Überforderung – und immer unter Aufsicht eines Erwachsenen.
FAQ: Häufige Fragen zur tiergestützten Pädagogik mit Hund
Wat is tiergestützte Pädagogik mit Hund?
Der gezielte Einsatz eines ausgebildeten Hundes in pädagogischen Angeboten, um die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern.
Wie fördert ein Hund die Selbstwirksamkeit von Kindern?
Wenn ein Kind dem Hund ein klares Signal gibt und der Hund darauf reagiert, erlebt es direkt: Mein Handeln bewirkt etwas. Dat stärkt Selbstvertrauen und Mut.
Welcher Hund eignet sich für tiergestützte Pädagogik?
Gesunde, menschenfreundliche, stressresistente und gut sozialisierte Hunde. Wesen und Ausbildung sind wichtiger als die Rasse.
Wat is der Unterschied zwischen tiergestützter Pädagogik und Therapie?
Pädagogik verfolgt Lern- und Entwicklungsziele und wird von pädagogischen Fachkräften durchgeführt, Therapie verfolgt Behandlungsziele und liegt bei Therapeutinnen und Therapeuten.
Wie wird dat Wohl vom Hund sichergestellt?
Durch Pausen, Rückzugsmöglichkeiten, begrenzte Einsatzzeiten und eine Fachkraft, die die Körpersprache vom Hund zuverlässig lesen kann.
Wer war Boris Levinson?
Ein US-amerikanischer Kinderpsychotherapeut, der in den 1960er-Jahren die positive Wirkung seines Hundes Jingles auf Kinder beschrieb. Er gilt als Pionier der tiergestützten Arbeit.
Wie geht et weiter?
Dat war Teil 1 von meiner Serie über tiergestützte Pädagogik mit Hund. Im nächsten Teil geht et weiter – folgt mir auf YouTube und Instagram, dann verpasst ihr nix!
Zack, Schicht im Schacht – eure Frieda 🐾
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